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Rauchmelder retten Leben

Jeden Monat sterben rund 40 Menschen in Deutschland durch Brände – die meisten von ihnen in den eigenen vier Wänden. Am gefährlichsten sind dabei nicht Hitze und Flammen, sondern der Rauch: Rund 70 Prozent der Brandopfer werden dabei im Schlaf überrascht und sterben zu fast 90 Prozent an den Folgen einer Rauchvergiftung, denn auch unser Geruchssinn schläft nachts.

Damit haben die Betroffenen keine Chance, die Gefahr rechtzeitig zu bemerken und sich in Sicherheit zu bringen. Das gefährliche Rauchgemisch ist so tückisch und giftig, dass bereits wenige Atemzüge in kürzester Zeit zu Bewusstlosigkeit und Tod führen.

Fast 500 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen einer Rauchvergiftung.

Hier können Rauchmelder helfen, Leben zu retten. Als Wächter vor Ort entdecken und melden sie einen Brand bereits im frühesten Stadium seines Entstehens und wecken die Bewohner durch ihren durchdringenden Alarm, so dass in der Regel noch genug Zeit bleibt, alle Bewohner rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, die Feuerwehr zu alarmieren und so das Schlimmste zu verhindern.

Nachts entstehen nur ca. 35% aller Brände, aber fast drei Viertel aller tödlichen Brandunglücke passieren in der Nacht.

Wenn man bedenkt, dass in Deutschland jährlich insgesamt rund 500 Menschen Opfer eines Brandes werden und circa 5000 Personen an Folgeschäden leiden, ist es erstaunlich, dass noch nicht jeder Haushalt mit einem Rauchwarnmelder ausgerüstet ist. Hinzu kommen Versicherungsschäden in Milliardenhöhe. Doch während in vielen Industriestaaten bereits seit längerem eine gesetzliche Rauchmelderpflicht gilt, ist in Deutschland – trotz Forderung von Brandschutz- und Sicherheitsexperten – die Installation von Rauchmeldern nicht einheitlich per Gesetz geregelt. Das Thema fällt in die Kompetenz der Bundesländer und wird über die jeweilige Landesbauordnung (LBO) geregelt. Dabei war ein möglichst effektiver Brandschutz schon seit jeher ein tief verwurzeltes Grundbedürfnis der Menschen, denn eine Feuerkatastrophe konnte ganze Familien, wenn nicht gar halbe Dörfer ins Unglück stürzen.

 In jedem Haushalt ist die Liste möglicher Brandursachen lang und hat nur in den wenigsten Fällen mit Fahrlässigkeit zu tun. Brandgefahren lauern überall – vom Home-Office im Keller bis zum Dachstuhl. Ob TV-Gerät, Computer oder Videorecorder im Stand-by-Modus, überlastete Steckdosen, ein vergessenes Bügeleisen, überhitzte Heizdecken und Heizgeräte, der nicht ausgeschaltete Herd in der Küche oder fettverschmutzte Dunstabzugshauben – täglich lauern eine Unmenge Gefahren um uns herum. Meist sind defekte Elektrogeräte oder -leitungen an dem Unglück Schuld. Sie können die gefürchteten Schwelbrände auslösen, die über einen längeren Zeitraum unentdeckt giftige Gase produzieren und so zur tödlichen Gefahr werden. Fast jeder vierte Brand in einem privaten Haushalt ist darauf zurückzuführen. Und besonders gefährlich kann es darüber hinaus an Weihnachten oder Silvester werden – wenn Wunderkerzen Funken sprühen, Tannenbäume Feuer fangen oder Silvesterböller als Querschläger im Wohnzimmer landen. In all diesen Fällen haben sich Rauchmelder als vorbeugende Brandschutzmaßnahme bestens bewährt. Sie können Brände zwar nicht verhüten, aber sie können sie so früh erkennen, dass größerer Schaden verhindert wird.

Jeder vierte Brand in Privathaushalten entsteht durch ein  Elektrogerät.

Wie Brandschutz in der Vergangenheit aussah, hat Guido Deges von der Hager Tehalit Vertriebs GmbH & Co. KG in seiner kleinen Historie des Brandschutzes für das Forum Brandrauchprävention e.V. anschaulich dargestellt:

War man früher auf Menschen als „Brandwächter“ angewiesen, brachte der technische Fortschritt gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine erste Wende, als Siemens & Halske 1851/1852 den ersten elektrischen Feuermelder erfand: Mit Hilfe unterirdisch verlegter Kabel wurden in Berlin rund 40 Feuermelder miteinander vernetzt – es war das erste derartige System weltweit. Allerdings musste derjenige, der den Brand entdeckte, den Feueralarm noch immer von Hand auslösen.

Ein erster Versuch eines „automatisierten“ Brandalarms, ausgelöst durch Rauch, ist in einer Patentschrift des Jahres 1894 dokumentiert. Allerdings mit unseren heutigen Tierschutzbestimmungen war diese Lösung nicht vereinbar, denn es mussten zwei Vögel als „lebende Rauchmelder“ herhalten und im Fall des Falles unfreiwillig ihr Leben opfern. Die wenig tierliebe Konstruktion funktionierte folgendermaßen: Wenn beide Vögel aufgrund einer Rauchvergiftung tot von der Stange fielen, schloss sich ein Stromkreis und die unfreiwilligen Rauchmelder lösten mit ihrem Gewicht den Feueralarm aus. Ein Fehlalarm – wenn etwa eines der Tiere eines natürlichen Todes starb – wurde durch die „Zwei-Melder-Abhängigkeit“ ausgeschlossen.

Die ersten Geräte zur Brand-Prävention meldeten keinen Rauch, sondern reagierten
auf übermässige Wärme

1902 ließ dann der englische Elektroingenieur George Andrew Darby aus Birmingham seinen elektrischen Hitzemelder patentieren: Anstatt Rauch nutzte er Wärme als Auslöser: Wenn die Temperatur einen kritischen Wert überstieg, wurde ein elektrischer Stromkreis geschlossen, indem ein Stück Butter zwischen zwei Kontaktplatten schmolz und ein Warnsignal ertönte.

Ein knappes halbes Jahrhundert später – im Jahr 1947 – patentiert die Schweizer Firma E. Meili & W. Jaeger aus Bern den ersten kommerziellen Rauchmelder. Ihre Erfindung, der Ionisationsmelder, funktioniert im Prinzip bis heute, da er jedoch ein schwach radioaktives Präparat enthält, ist dieser Melder in den meisten Ländern nur noch selten im Einsatz.

Eine Steigerung von Rauchmeldern in anderen Ländern führte gleichzeitig zu einer Senkung der Brandtoten

Um das Jahr 1950 wurde dann der erste automatische Temperaturmelder vermarktet und 1964 kamen die ersten Streulicht-Rauchmelder in Europa auf den Markt und begannen den Ionisationsmelder zu verdrängen, denn das Umweltbewusstsein war mit den Jahren enorm gewachsen. Der erste batteriebetriebene Melder soll 1969 von Randolph Smith und Kenneth House in den USA patentiert worden sein. Als Ende der 1970er Jahren Geräte mit Batteriebetrieb in größeren Mengen auf den Markt kamen, wurden Rauchmelder damit theoretisch für jede Wohnung und jedes Haus nutzbar.

Mittlerweile – Seit Juni 2006 – unterscheidet der Markt auf Basis verschiedener DIN-Normen zwischen professionellen „Rauchmeldern“ für Gewerbe und Industrie (DIN EN 54-7) sowie den so genannten „Rauchwarnmeldern“ oder „Heimrauchmeldern“ für den privaten Wohnbereich und kleinere Unternehmen ohne Brandmeldeanlage (DIN EN 14604).

Rauchmelder für den gewerblichen Sektor

Als Rauchmelder werden korrekterweise jene Sensoren bezeichnet, die erhöhten technischen Anforderungen genügen müssen und in erster Linie dem Sachschutz dienen. Brandmeldeanlagen überwachen in der Regel Gewerbeimmobilien – wie Kaufhäuser oder Hotels – und kosten mehrere tausend Euro. Sie arbeiten als Teil von Brandmeldeanlagen, schlagen dabei selbst keinen Alarm, sondern übermitteln ihre Messdaten im Gefahrenfall an eine Zentrale oder direkt an die Feuerwehr.

Rauchwarnmelder für den privaten Bereich

Rauchwarnmelder hingegen haben neben dem Sensor zum Erkennen von Rauch auch eine eingebaute Alarmfunktion. Die Geräte arbeiten selbständig und werden entweder übers Stromnetz oder über Batterien mit Energie versorgt. Im privaten Bereich – in Wohnungen und Eigenheimen sind heute fast ausschließlich Rauchwarnmelder im Einsatz. Ihre vorrangige Aufgabe ist in erster Linie der Schutz von Personen, die in einem Gebäude leben. Sie sollen rechtzeitig vor einem Brand gewarnt werden, vornehmlich, wenn sie schlafen, um sich im Gefahrenfall schnell in Sicherheit zu bringen.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird allerdings die genau definierte Trennung zwischen „Rauchwarnmelder“ und „Rauchmelder“ wesentlich weniger streng gehandhabt – DIN-Normen hin, DIN-Normen her.

Wie funktioniert ein Rauchmelder?

Wie funktioniert ein Rauchmelder?

Die weitverbreitesten Rauchmelder sind optische Rauchwarnmelder. Wie der Name sagt, erkennen sie den Rauch optisch. Die kleinen Lebensretter sind im Prinzip nicht größer als eine Tasse und in verschiedensten Formen und Farben erhältlich, so dass sie sich möglichst jedermann unauffällig in sein Zuhause integrieren kann. Auch wenn alle Modelle, je nachdem von welchem Hersteller sie stammen, ihre Besonderheiten haben, funktionieren sie im Großen und Ganzen nach dem gleichen Prinzip und ihre Funktionsweise ist weitestgehend identisch:

Die Rauchkammer bildet das Herzstück

Herzstück eines jeden optischen Rauchmelders ist seine „Rauchkammer“. Sie hat Kaskaden, durch die der Rauch einströmen kann. Diese sind so schmal, dass keine Insekten oder andere größere Partikel Fehlalarme auslösen können. In der Rauchkammer befindet sich eine Diode, die regelmäßig pulsierende Lichtstrahlen aussendet. Ohne (Rauch-)Partikel in der Luft kann der Lichtstrahl die Fotodiode jedoch nicht erreichen. Im Falle einer Rauchentwicklung strömen jedoch Rauchpartikel in die Rauchkammer hinein. Die Lichtimpulse treffen nun auf diese Partikel und reflektieren das Licht auf den Empfänger, die Fotozelle. Von dort wird die Meldung der empfangenen Lichtimpulse an den Prozessor weitergegeben. Dieser wertet das Signal aus und löst gegebenenfalls Alarm aus.

Artikel von rauchmelder-test.eu