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Unterschied RWM zu BMA

Die Abgrenzung der Anwendungsbereiche von Rauchwarnmeldern (RWM) und Brandmeldeanlagen (BMA) führt bei kleineren Objekten nicht selten zu Diskussionen. Grund hierfür sind oftmals fehlende oder nur unzureichend formulierte Anforderungen in Baugenehmigungen oder Brandschutzkonzepten.

Die wesentliche Unterschiede bestehen im Hinblick auf die Schutzziele, die Schutzbereiche und die Schutzfunktionen.

RWM BMA
Schutzziel  Personenschutz Personenschutz
Sachschutz
Schutzbereich Raum des montierten RWM Gebäude oder Gebäudeteil einschließlich Schächten, Unterböden,
Unterdecken und anderen, nicht einsehbaren Bereichen, in denen sich Brandlasten befinden.
Schutzfunktion Personen im Montageraum
rechtzeitig vor den Gefahren von Brandrauch und Brandgasen zu warnen.
Flächendeckende Brandendstehung, Alarmierung der anwesenden Gebäudenutzer und Alarmierung
der Feuerwehr auf verschiedene Anlagen verteilt, die durch eine Brandmeldezentrale
automatisch koordiniert werden.

Während RWM, selbst solche mit Funkvernetzung, in ihren Einsatzmöglichkeiten technisch sehr begrenzt sind, kann eine BMA die unterschiedlichsten Anlagen steuern und
mit ihnen kombiniert werden, insbesondere Sprachalarmanlagen für Durchsagen an die
Gebäudenutzer und Systeme zur dynamischen Fluchtweglenkung, um Gebäudenutzer vor
der Flucht in oder durch verrauchte und brandbeaufschlagte Gebäudebereiche zu schützen
und auf dem sichersten Weg ins Freie zu bringen. Solche zusätzlichen Schutzfunktionen
sind mit RWM nicht zu erreichen.

Wie der vorstehende Vergleich aufzeigt, haben Rauchwarnmelder und Brandmeldeanlagen
ihre jeweils spezifischen Schutzziele, Schutzbereiche und Schutzfunktionen.
Der Einbau einer Brandmeldeanlage zeitigt allerdings Folgekosten (Wartungskosten und Kosten für die Aufschaltung bei der Feuerwehr wenn gefordert), die im Verhältnis zum angestrebten Schutzziel bedacht sein wollen.

Immer wieder zu Diskussion über die angemessene Brandschutztechnik – BMA oder RWM führt die Ausstattung von Kleingewerbebetrieben, Büros von freiberuflich Tätigen, Schulen, Kitas, Kindergärten und -horte sowie kleinen Heimen oder Beherbergungsbetrieben mit weniger als 12 Gastbetten.

Sind in solchen Einrichtungen alle bauordnungsrechtlichen geforderten Brandschutzmaßnahmen erfüllt, ohne dass der Einbau bestimmter BMA dezidiert gefordert wurde, so bildet der zusätzliche Einbau von RWM eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus über den bauordungsrechtlichen geforderten Mindeststandard hinaus.
Dies ist jederzeit zulässig und zur Abdeckung von Verkehrssicherungspflichten, die das Bauordnungsrecht nicht betrachtet, womöglich auch geboten.
Rauchwarnmelder können hier bei einem auftretenden Brandfall, einen zusätzlichen Zeitvorteil für anwesende Personen, insbesondere auch Aufsichtspersonen bewirken, um durch eine frühzeitige Warnung die Selbstrettung gefährdeter anderer Personen (Familienangehörige, Mitarbeiter, Kinder, schlafende Hotelgäste) zu organisieren.

Weisen solche Einrichtungen bauordnungsrechtliche Mängel bezüglich des Brandschutzes
bzw. Abweichungen von den Anforderungen der jeweiligen bauordnungsrechtlichen Vorschriften auf, kann eine Kompensation dieser Mängel durch RWM nur dann vorgenommen werden, wenn die ausreichende Kompensationswirkung, z.B. durch das Gutachten eines Brandschutzsachverständigen, nachgewiesen wird.
In diesem Fall übernimmt der Brandschutzsachverständige die Verantwortung für die richtige Gesamtkonzeption des Brandschutzes für das Gebäude bzw. die Einrichtung, ggf. unter Einbeziehung dieser Brandschutzmaßnahme.


Auszug aus dem ZVEI |MERKBLATT
Rauchwarnmelder (RWM) und Brandmeldeanlage (BMA) mit automatischen
Brandmeldern – Ein Vergleich – 33003:2009-08

Download:  MerkBlatt_BMA_RWM04_2009_01_1_